Jobcenter und Optionskommunen werden verfassungsrechtlich abgesichert!
„Das ist ein guter Tag für die Langzeitarbeitslosen und auch für die
Kommunen“, erklärt die Wiesbadener SPD-Bundestagsabgeordnete Heidemarie
Wieczorek-Zeul. Mit dem Kompromiss zur SGB II-Strukturreform sei der
Schaden abgewendet, der durch die Blockadehaltung der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion im März 2009 und durch den Koalitionsvertrag
von CDU/CSU/FDP gedroht habe.
Die SPD habe in den Verhandlungen zudem wichtige Dinge durchsetzen
können. So werde die Sperre über 900 Mio. Euro für die
Arbeitsmarktpolitik im laufenden Haushaltsjahr aufgehoben. „Es konnte ja
auch nicht angehen, dass Schwarzgelb Steuergeschenke auf dem Rücken
Langzeitarbeitsloser finanzieren wollte“, so Wieczorek-Zeul.
Zentral war es für die sozialdemokratischen Verhandlungsführer, einen
verbindlichen Personalschlüssel im SGB II zu verankern. Dieser beträgt
künftig für Arbeitssuchende bis 25 Jahren eins zu 75 und bei
Arbeitssuchenden über 25 Jahren eins zu 150. Dies sei eine wichtige
Voraussetzung für eine wirksame Unterstützung auf dem Weg zurück in Arbeit.
Wie bereits bisher in Wiesbaden und weiteren 68 Kommunen werden künftig
in insgesamt bis zu 110 Gemeinden die Langzeitarbeitslosen kommunal
betreut werden können. Wichtig für Wiesbaden: dieses sogenannte
Optionsmodell bleibt nicht mehr Bestandteil einer Experimentierklausel,
die zeitlich befristet ist, sondern wird künftig auf Dauer angelegt.
Gleichzeitig soll die Steuerung von Optionskommunen und Jobcentern nach
einem einheitlichen Verfahren erfolgen und damit Transparenz und
Vergleichbarkeit hergestellt werden.
Wieczorek-Zeul: „Durch die ideologisch motivierte Blockade der
Unionsfraktion war ohne Not ein Jahr verloren gegangen. Ich bin
erleichtert, dass es uns gelungen ist, gerade noch rechtzeitig ein
Organisationschaos abzuwenden und für die Menschen echte Verbesserungen
zu erreichen.“
nach
oben |